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Schmetternde Poesie - Objekt 6 zum Internationalen Museumstag

Man hört ihn förmlich schmettern, den Heldentenor (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Krachende Himmel, brechende Erde, immerwährende Freundschaft! (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Schlägt man die Seite auf, auf der 1873 Ernst Neumann seinem Freund einen Eintrag hinterließ, wird der Blick magisch von dem Stammbuchbild angezogen, welches einen Herrn in Frack mit schillernden Aufschlägen, steifem Kragen und bunter Fliege zeigt. Man hört ihn geradezu eine Arie schmettern, wahrscheinlich als Tenor, kraftvoll, mit vibrierendem Timbre einen lang gezogenen, sehr hohen Ton singend. Was sang er wohl? Schumann, Verdi oder Wagner? Wir tippen auf Verdi, denn es sieht so aus, als ob der Herr auf dem Bild voller Inbrunst italienisch singt.
Der Spruch zur Musik lautet:
"Ob der Himmel kracht, die Erde bricht,
Mag alles vergehn, unsere Freundschaft nicht."
Am 18. März 1873 schrieb dies in Brandenburg ein gewisser Ernst Neumann seinem Freund, dessen Namen wir leider nicht kennen.