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Virtueller Rundgang 28 - Die Malerin Gertrud Körner

Gertrud Körner - Altes Schleusenbecken (Öl auf Leinwand) Stadtmuseum Brandenburg an der Havel
Gertrud Körner - Blick auf St. Gotthard und Dom (Öl auf Leinwand) Stadtmuseum Brandenburg an der Havel
Gertrud Körner - Wollenwebergasse (Lithographie) Stadtmuseum Brandenburg an der Havel

Heute stellen wir zum 28. virtuellen Rundgang die Brandenburger Künstlerin Gertrud Körner vor. Sie wurde am 14. Juli 1866 in eine Kaufmannsfamilie geboren und behielt Zeit ihres Lebens ihre Wohnung in der Stadt. Ihre erste künstlerische Ausbildung wird sie sicherlich hier bekommen haben. Später nahm sie Unterricht bei namhaften Künstlern wie Franz Skarbina, einem Mitbegründer der Berliner Sezession und Ludwig Dettmann, sowie Hans von Hayek in München. Seit 1898 lehrte sie selber in zwei Schülerateliers, eines davon in Brandenburg an der Havel. Hier hatte sie in der Jacobstraße 18 bis zu ihrem Tod 1924 ihr Atelier.
Stilistisch sind Körners Arbeiten dem Berliner Impressionismus zuzuordnen, zudem holte sie sich in Dachau und auf Hiddensee weitere künstlerische Anregung. Sie war Mitglied im Verein Brandenburger Künstler und im Verein der Künstlerinnen Berlins, auf Hiddensee soll sie Mitglied des dortigen Künstlerinnenbundes gewesen sein. Neben Pastellzeichnungen und Ölbildern schuf sie zahlreiche Radierungen und Lithographien, die neben ihrer Heimatstadt Szenen an der Ostsee oder im Dachauer Moos zum Inhalt hatten. Zwischen 1900 und 1923 waren ihre Werke in zahlreichen Kunstausstellungen in ihrer Heimatstadt, aber auch in Berlin, München, Breslau, Bremen, Dresden, Leipzig und Karlsruhe zu sehen. Interessanterweise ist Gertrud Körner die einzige Künstlerin, die es 1928 in die zweibändige Stadtgeschichte Brandenburgs Otto Tschirchs schaffte, in dem er ihr „männliche Kraft“ in ihrer künstlerischen Arbeit bescheinigte.
Eine Übersicht über ihr Gesamtwerk liegt bislang nicht vor, aber Getrud Körner soll Eingang in das Brandenburgische Künstlerinnenlexikon finden, welches in Vorbereitung ist. Das Stadtmuseum kann 18 Werke beisteuern, von denen 12 aus ihrem Nachlass bereits 1927 an unser Haus geschenkt wurden. Wie die Künstlerin ausgesehen hat, wissen wir bislang nicht, ein Foto haben wir bislang nicht finden können.