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Virtueller Rundgang 43 - Das Ende des 2. Weltkrieges in Brandenburg an der Havel am 1. Mai 1945

Haus am Altstädtischen Markt mit Einschusslöchern (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Zerstörte Keller in der Brandenburger Neustadt (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Auch wenn am 1. Mai der Tag der Arbeit gefeiert wird, möchten wir hier an das Ende der Kampfhandlungen des 2. Weltkrieges in Brandenburg an der Havel heute vor 75 Jahren erinnern. Seit den frühen Morgenstunden schwiegen die Waffen. Die Gefühle der noch in der Stadt verbliebenen Brandenburger*innen, der Zwangsarbeiter*innen, der Flüchtlinge, aus Schlesien, Ostpreußen, Pommern sowie der Soldaten müssen zwischen Erschöpfung, Erleichterung, Freude und großer Angst vor der Zukunft geschwankt haben. Auf den Straßen waren überdeutlich die Spuren der Kämpfe zu sehen: zerschossene Militärfahrzeuge, Trümmer der umliegenden Gebäude, aber auch Leichen getöteter Soldaten und Bewohner der Stadt. Es wird von Misshandlungen und Plünderungen berichtet, auch wenn es vereinzelt Versuche der Offiziere gab, diese zu unterbinden. Waren in den Tagen nach dem 24. April viele Brandenburger Familien von den Truppen der Roten Armee aus der Stadt gezwungen worden, konnten diese in den ersten Maitagen wieder zurückkehren. Viele fanden ihre Häuser und Wohnungen zerstört und ausgeraubt vor. Für die Menschen in der Stadt war es auch weiter ein Kampf ums Überleben, die Vorräte der Militärs und die aus Kellern wurden teils geplündert, teils verteilt, die Infrastruktur lag darnieder. Die Soldaten der Rote Armee feierten den 1. Mai nicht als Tag der Arbeit, sondern als blutig erkämpften Sieg im Großen Vaterländischen Krieg. So endete am 1. Mai 1945 in Brandenburg an der Havel der 2. Weltkrieg, auch wenn die berühmte „Stunde Null“ nur aus unserer heutigen Sicht bestand, denn für die Menschen ging 1945 das Leben nahtlos weiter, aber für sie alle unter gänzlich neuen Vorzeichen.