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Virtueller Rundgang 68 - Eine Dose voller Brühe

Dose für 150 Maggi-Brühwürfel aus den 1930er Jahren (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Dose für 150 Maggi-Brühwürfel aus den 1930er Jahren (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Hätten Sie es gewusst? Heute ist Tag der Konservendose! Hinter der Idee der Konservendose steht der Wunsch, Nahrung lange haltbar zu machen, ursprünglich als Armeeverpflegung gedacht und um 1810 entwickelt. In unserem Sammlungsbestand haben wir zwar keine historische Konservendose, am Ende noch mit Füllung, dafür eine Blechdose mit dem charakteristischen rot-gelbem Aufdruck für Maggi-Brühwürfel aus den 1930er Jahren. Und die zeigen wir heute zum 68. virtuellen Rundgang.
Vorgänger der Brühwürfel war das Fleischextrakt, eine zähflüssige Masse aus stark eingekochtem Rindfleisch. Es wurde von Justius Liebig um 1840 als stärkende Krankennahrung entwickelt, welches auch ein preiswertes Grundnahrungsmittel für Arme und Arbeiter werden sollte, es war in der Herstellung aber zu teuer. Stattdessen fand es seinen Einsatz wiederum in der Truppenverpflegung. Ab etwa 1880 wurde der „Liebigwürfel“ von Liebig’s Extract of Meat Company aus Rindertalg mit Fleischextrakt und Gewürzen auf den Markt gebracht. Aber erst 1909 bot Maggi erstmals Brühwürfel an, die vor allem denaturierte Pflanzeneiweiße enthielten. Geschmacklich an Fleisch erinnernd, waren sie deutlich preiswerter als Produkte mit Fleischextrakt. Sie setzten sich am Ende am Markt durch.
Ähnliche Dosen mit Brühwürfeln wie die aus unserer Sammlung standen in vielen Küchen, besonders aber in Arbeiterhaushalten, wo das Geld stets knapp war.
So wurde der Brühwürfel zum Ur-Vater der Fertiggerichte.
 

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