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Virtueller Rundgang 66 - Winterliches Eisvergnügen

Eisvergnügen auf dem Oberwasser an der Stadtschleuse - Winter 1926/1927 (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Eisvergnügen auf dem Oberwasser an der Stadtschleuse - Winter 1926/1927 (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Schlittschuhe zum Anschrauben im Karton (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Schlittschuhe zum Anschrauben im Karton (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Schlittschuhe oder besser Schlittkufen (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Schlittschuhe oder besser Schlittkufen (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Mit einem Foto und einem Objekt aus unserer Sammlung laden wir zum virtuellen Rundgang Nr. 66 ein! Draußen ist es nasskalt, aber leider nicht kalt genug, dass die Gewässer rund um unsere Stadt zufrieren und das Eis dick genug werden kann, um Schlittschuhlaufen gehen zu können.
Offensichtlich war es im Winter 1926/1927 kalt genug, dass man auf dem Oberwasser an der gerade neu errichteten Stadtschleuse aufs Eis gehen konnte. Aber nur Wenige tragen wirklich Schlittschuhe auf der weißen Pracht: die meisten laufen in Straßenschuhen über die unebene Fläche, von der man nur gerade eben den Schnee entfernt hat.
Am rechten Eisrand steht eine Gruppe Jungen: Für uns heute kaum vorstellbar, tragen sie alle kurze Hosen, darunter lange Wollstrumpfhosen gegen die Kälte. Die haben sicherlich wunderbar gekratzt!
Die wenigen Erwachsenen tragen alle lange Mäntel, von heute üblicher Funktions- und Sportkleidung ist (noch) weit und breit keine Spur.
Passend zum Foto zeigen wir auch ein älteres Paar Schlittschuhe in einer gut erhaltenen Schachtel aus unserer Sammlung. Bis in die 1960er Jahre gab es Schlittschuhe (eigentlich Schlittkufen) zum Anschrauben an die eigenen Straßenschuhe. Auch wenn es nicht unpraktisch erscheint, nur mit den anschraubbaren Kufen schnell zwischen Eis und Straße wechseln zu können, sind die heutigen Modelle mit Stiefel und Schlittkufe deutlich besser geeignet, um Unfälle zu vermeiden. Unser Paar ist in einem wunderbaren Karton mit einer Grafik im Stil der 1920er Jahre verpackt, allerdings scheint es, als gehörten Karton und Schlittschuhe nicht zusammen, denn auf den Kufen fehlt das übliche Firmenlogo. Und es fehlt leider auch der Vierkantschlüssel, um Schuhe und Kufen einigermaßen sicher miteinander zu verbinden. Mit dem ursprünglich nicht zugehörigen Lederriemen band man beide Schlittschuhe zusammen, um sie besser tragen zu können.

Ob es wohl in diesem Winter noch kalt genug für ein echtes Eisvergnügen wird?