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Virtueller Rundgang 1 - Porträt von Friederike Luise Hagemeister

Porträt Friederike Luise Hagemeister Öl auf Leinwand um 1869

In loser Folge werden wir aus der Sonderausstellung „FrauenANSICHTEN“ Bilder, Skulpturen und Fotos vorstellen, da wir ja unser Museum derzeit geschlossen halten.
Unseren virtuellen Rundgang werden wir heute mit dem Porträt von Friederike Luise Hagemeister beginnen!

Porträt Friederike Luise Hagemeister 
Öl auf Leinwand, 42 cm x 37 cm
um 1869
Künstler: Karl Hagemeister (1848 – 1933)

Stadtmuseum Brandenburg an der Havel


Harte Arbeit wird ihr Leben geprägt haben, das sieht man ihrem Gesicht an. Friederike Luise Hagemeister dürfte auf diesem Bild um die 50 Jahre alt gewesen sein, ihr Sohn, der sie in den Jahren um 1869 malte, war Anfang 20. Als ältester Sohn hätte er vielleicht auch den elterlichen Betrieb in den Obstgärten und den beiden Weinbergen übernehmen sollen, aber sein Lebensweg verlief anders. Karl Hagemeister, der später als „Monet des Havellandes“ bekannt wurde, war zu diesem Zeitpunkt als Lehrer angestellt, Förster hatte er eigentlich werden sollen, eine Ausbildung zum Maler hatte er zu diesem Lebensabschnitt nicht. Das Bildnis der Mutter ist als eines der ersten Gemälde Karl Hagemeisters als „G4“ im Werkverzeichnis von Hendrijke Warmt aufgenommen
Die Mutter trug, als sie ihrem Sohn Modell saß, ein einfaches schwarzes Kleid. Streng wirkt das hochgeschlossene Kleidungsstück mit dem Unterkleid oder Bluse mit dem gestärkten kleinen Spitzenkragen. Die beiden Knöpfe bilden den einzigen schwachen Kontrast auf dem schimmernden Schwarz. Auch die Frisur ist streng und einfach: in der Mitte gescheitelt, dürfte sie ihre Haare in einem Knoten getragen haben. Der einzige kleine Schmuck sind die goldenen Ohrringe mit dem roten Schmuckstein, die zusammen mit dem Spitzenkragen Licht und Farbe in das Bild bringen. 
Selbst der Gesichtsausdruck der Mutter kommt uns heute ungewohnt vor, da wir immer möglichst fröhlich in eine Kamera schauen. Friederike Hagemeister schaut etwas abwartend, in sich ruhend, der Ausdruck in ihren Augen ist dennoch freundlich. Ob sie schon ahnte, dass ihr Sohn nicht Lehrer bleiben würde, sondern seiner Passion nachgeben und sich ganz der Malerei widmen würde?
 

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