Virtueller Rundgang - Ausstellungsstück

Virtueller Rundgang 50 - Der 8. Mai 1945

1945: Jahrtausendbrücke mit Behelfssteg (Foto: Stadtmuseum Brandeburg an der Havel)
1945 Zerstörte Homeyenbrücke (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Herbst 1945: Wiederaufbau der Luckenberger Brücke (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
1945: Eisenbahnbrücke bei Plaue (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Heute vor 75 Jahren, am 8. Mai endete der Zweite Weltkrieg in Mitteleuropa und damit auch die Nazi-Diktatur in Deutschland. Die bedingungslose Kapitulation aller Teile der deutschen Wehrmacht gegenüber den vier Alliierten, am 7. Mai in Reims und am 8. Mai in Karlshorst ratifiziert, mündete einen Monat später in die Berliner Erklärung, in der die vier Siegermächte England, USA, die Sowjetunion und Frankreich die oberste Regierungsgewalt übernahmen.
Als Tag der Befreiung ist er Mahn- und Gedenktag, denn es wurden nach den Häftlingen der Konzentrations- und Arbeitslager auch politische Gefangene und Zwangsarbeiter durch die vorrückenden alliierten Armeen befreit und schlussendlich auch die deutsche Bevölkerung selber befreit: Nicht vergessen darf man, dass viele Menschen erst durch ihre Stimme bei den Wahlen 1933 und später durch oftmals freudigen Gehorsam dem Regime dahin verholfen hatten, Deutschland in eine mörderischen Diktatur und viele Länder in einen Krieg zu ziehen, an dessen Ende unvorstellbar viele Menschen den fürchterlichen Tod fanden.
In Brandenburg an der Havel waren die letzten Kämpfe bereits eine Woche vor dem 8. Mai 1945 eingestellt worden, die Rote Armee hatte die Stadt und die Region bis zur Elbe erobert und in der Stadt unter der Militäradministration für allmählich einkehrende Ruhe gesorgt.
Die ausschließlich von deutschen Einheiten zerstörten Brücken der Stadt, die wir heute als Bilder zeigen, scheinen uns als Symbol für den Weg hinaus aus den Kriegszeiten in eine noch unklare Zukunft. Die Brandenburger*innen, die Geflohenen, die noch in der Stadt verbliebenen ehemaligen Häftlinge, Zwangsarbeiter*innen und die Kriegsgefangenen der Roten Armee mussten sich den neuen Zeiten stellen, die für alle zunächst die Hoffnung auf eine helle, bessere Welt barg und dennoch weiterhin dunklen Seiten der Geschichte beinhalten sollte.