Virtueller Rundgang - Ausstellungsstück

Das Stammbuch des Herrn Köhler von 1805 - Objekt 1 zum Internationalen Museumstag 2020

Stammbuch des Johann Friedrich Wilhelm Köhler mit Eintragungen von 1805 - 1808 (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Eintragung von Johann Friedrich Neuendorff 1805 (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)
Autogramm des französchischen Kavallerieoffiziers Lebas (Foto: Stadtmuseum Brandenburg an der Havel)

Stammbücher sind die „Vorfahren“ der Poesiealben. Seit dem 16. Jahrhundert baten Studenten ihre Mitstudierenden um bildliche und schriftliche Zeugnisse der gegenseitigen Freundschaft für ihr Stammbuch. Wahlsprüche, Wappen und Widmungen, oft als echte Autogrammsammlung angelegt, wurden in die feinen ledergebundenen Bücher eingeschrieben. Mit Feder und Pinsel zeichneten die jungen Männer feinste Miniaturen. Die beiden ältesten Büchlein aus unserer Sammlung wurden 1787 und 1805 angelegt, von Charlotte Elisabeth Wette und Johann Friedrich Wilhelm Köhler, letzteres ist das älteste aus Brandenburg. Und mit diesem beginnen wir unsere virtuelle Ausstellung rund um das Thema. Sein Großvater Johann Gabriel Köhler schrieb ihm 1808 einen christlichen Segensspruch:
Die Furcht des Herrn ist der Weißheit anfang
daß ist nun Eurer Klugheidt wer darnach thut
deßen Lob bleibt Ewiglich.
Psalm 111, Buch 10
Brandenburg, den 1. May 1808
Dieses wünscht Dir Eurer Großvater Johann Gabriel Köhler


Eine Doppelseite gestaltete Köhlers Freund Joh. Chr. Wilh. Neuendorff mit einer wunderschön gemalten Szene und auf der linken Seite mit einem Spruch, einen Tag vor dem Eintrag des Großvaters am 30. April 1808:
Sei hoch beseeligt, oder leide,
Das Herz bedarf ein zweites Herz,
getheilte Freud ist doppelt Freude,
getheilter Schmerz ist halber Schmerz


Und international wurde es auch, auch wenn Herr Lebas, Offizier des 5. Regiments der französischen Kavallerie nur sein Autogramm hinterließ und dies bedauerlicherweise ohne Datum:
Lebas – Officier du 5ième régiment de la cavallerie français

Längst sind nicht alle Seiten umgeschrieben und entziffert, aber diese schönen wollen wir gerne zeigen, am Sonntag auch in der Vitrine.

Haben Sie Ihr Poesiealbum oder eines aus der Familie gefunden? Schicken Sie uns die schönsten Bilder an museum@stadt-brandenburg.de

Wir freuen uns darauf!