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Vergangene Sonderausstellungen im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel.

Jürgen Lutzens. Sehnsucht und Obsession in Bildern und Briefen

28.04.-11.06.2017

Die Einzelausstellung zur Person und zum Werk Jürgen Lutzens würdigte den Autodidakten als Künstler und als Brückenbauer zwischen den Künsten in Ost- und West-Deutschland.

Jürgen Lutzens wurde 1941 in Brandenburg an der Havel geboren, wo er später als Grafiker arbeitete und lange Zeit eine staatlich geförderte Atelierwohnung im Altstädtischen Markt 4 bewohnte. In jungen Jahren erhielt er Zeichenunterricht von den Schwestern und Archäologinnen Lucie und Hertha Bielefeld. Mit Anfang zwanzig nahm er Privatunterricht bei Willi Sitte.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel bot einen Überblick über sein malerisches und zeichnerisches Schaffen von 1965 bis 1990. Einen zweiten Schwerpunkt bildete seine Korrespondenz mit rund 30 Künstlern und Kunstwissenschaftlern in Ost- und Westdeutschland, darunter Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke, Gerhard Marcks, Gerhard Altenbourg oder Bernhard Schultze.

Lutzens verstand es Künstler von beiden Seiten der Mauer miteinander bekannt zu machen. Über ihn gelangte man an internationale Kontakte oder ließ über ihn Grüße an befreundete oder bewunderte Künstler ausrichten. Darüberhinaus war er zu internationalen künstlerischen Entwicklungen gut informiert, denn sogar Zeichnungen und Kataloge gelangten durch seine Korrespondenz vor 1989 nach Brandenburg an der Havel, zum Beispiel von Henry Moore oder Meret Oppenheim.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen

 

stattbekannt. 150 Jahre Brandenburg in Bildern

01.06.2015 - 31.01.2016

Die Ausstellung mit zahlreichen Leihgaben aus der gesamten Bundesrepublik und dem europäischen Ausland vereinte Gemälde von Arnold Topp, Curt Ehrhardt, Gertrud Körner, Günter Schulz-Ihlefeldt, Margarethe Bode u.a. aus den vergangenen 150 Jahren.

Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft des damaligen Außenministers und Vorsitzenden des Brandenburger Kulturvereins Frank-Walter Steinmeier.

 

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Neues Bauen in Brandenburg an der Havel 1918-1933

22.02. - 26.10.2009

Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Brandenburg an der Havel große Wohnungsnot. Kleine Wohnungen waren überbelegt und ganze Familien mussten sich obdachlos melden. Die Gründe dafür lagen in der unzureichenden Wohnungsbaupolitik der Kaiserzeit, den knappen Rohstoffen für Bauvorhaben und einem kriegsbedingten Baustopp. Die sozialdemokratische Stadtregierung machte das Wohnungsproblem zum wichtigsten Projekt und stellte Fördermittel und günstiges Bauland zur Verfügung.

Die Ausstellung stellte die Stadtentwicklung unter den zwei prägenden Stadtbauräten Moritz Wolf und Karl Erbs vor. Für die Jahre 1919-1928 war der von Moritz Wolf entworfene "Generalsiedlungsplan" entscheidend für eine Stadtentwicklungslanung nach wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitlichen Kriterien. Die Ausstattung der Siedlungen und Wohnanlagen und die neue  Infrastruktur erfüllten moderne Ansprüche, die Ausführung mit kleinen Erkern, Risaliten, Sattel- und Walmdächern entsprang jedoch einer romantisierenden Architekturauffassung, die das Handwerkliche in den Vordergrund stellte.

Unter Stadtbaurat Karl Erbs 1928-1933 überwog ein sachlicher Baustil mit glatt verputzten Fassaden und flachen Sattel- oder Flach-Dächern. Mit seinen Erwerbslosensiedlungen machte sich Erbs über Brandenburg an der Havel hinaus einen Namen. Seine kostengünstigen, einfachen Kleinhäuser konnten unter fachlicher Anleitung auf eigenem Land gebaut werden und wurden wegweisend für ähnliche Selbsthilfe-Bauprojekte in ganz Deutschland.

 

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Karl Hagemeister zum 160. Geburtstag

18.05. - 21.09.2008

Der 160. Geburtstag und 75. Todestags des in Werder an der Havel geborenen Karl Hagemeisters (Werder an der Havel 1848 - 1933 ebd.) war Anlass für die Ausstellung. Präsentiert wurden Gemälde und Zeichnungen aus der Sammlung des Stadtmuseums Brandenburg an der Havel, darunter frühe Porträts und Gruppendarstellungen sowie expressive Landschaftsdarstellungen, die nach 1900 entstanden.

Karl Hagemeister übt sich früh in der Naturdarstellungen seiner Umgebung. Ersten künstlerischen Unterricht erhält er von seinen Eltern, bis der Landschaftsmaler Ferdinand Konrad Bellermann auf ihn aufmerksam wird und ihn als Schüler an Friedrich Preller (d. Ä.) vermittelt.

Seine Studienreise in den 1870er Jahren  führt ihn nach Brüssel, über die Niederlande - wo er die Werke von Jan Vermeer, Rembrandt van Rijn und Frans Hals studierte - bis nach Italien. Carl Schuch und Wilhelm Trübner begleiteten ihn. Besonders prägend war jedoch sein Frankreich-Aufenthalt 1884. Die Werke Gustave Courbets und Édouard Manets bestätigten ihn auf seinem künstlerischen Weg, der ihn in seiner Auffassung des Lichts den Impressionisten nahe brachte.

Hagemeister war Gründungsmitglied der Berliner Secession 1898. Seinen künstlerischen Durchbruch erlangte er 1913 durch eine Auszeichnung des bayerischen Königs. Nur drei Jahre später endetet seine künstlerische Karriere aufgrund einer Erkrankung.

 

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"Tagebuch in Ziegelstein". Terrakotten und Zeichnungen von Liselott Specht-Büchting

25.03.-20.05.2007

Das Leben der Bildhauerin Liselott Specht-Büchting (1904 - 1987) war eng mit der Havel-Stadt verwoben. Sie wuchs in Berlin und Brandenburg an der Havel auf und kehrte im Verlauf ihres Lebens immer wieder nach Brandenburg an der Havel - an den Hof ihrer Großeltern - zurück. Ihre Vorfahren lebten rund 100 Jahre im heutigen Museumsstandort im Frey-Haus in der Ritterstraße.

Die Ausstellung präsentierte 22 Terrakotta-Figuren der von ihr selbst so betitelten Serie "Tagebuch in Ziegelstein". Anlass dafür war die großzüge Schenkung der Serie an das Stadtmuseums Brandenburg an der Havel durch die Kinder der Künstlerin.

Specht-Büchting studierte in Berlin bei Georg Kolbe und ab 1926 an der Akademie der Künste. Während in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg vornehmlich Tier- und Kinderplastiken im Bronzeguss entstanden - auch der Porzellanhersteller Rosenthal produzierte eine fünfteilige Serie ihrer Figuren - arbeitete sie ab 1945 mit Ton. Unter dem Eindruck ihrer Kriegserlebnisse entstand die Serie "Tagebuch in Ziegelstein", die von ihrer intensive Beschäftigung mit den aktuellen bildhauerischen Tendenzen ihrer Zeit zeugt. Die Frauenfiguren im langen Gewand setzt sie reduziert und kompak um, wodurch insbesondere die "Totenklage" (1948) an Plastiken von Ernst Barlach oder Käthe Kollwitz erinnert - was bei den parallel entehenden Kohlezeichnungen noch stärker zum Ausdruck kommt. Der Mädchentorso "Elegie" (1947) scheint dagegen Frauentorsi ihres Lehrers Georg Kolbe zum Vorbild zu haben, während "Die Einsame" (1950), die zusammengekauert ein Tuch über sich geworfen hat, aus der Beschäftigung mit den amorphen Figuren Henry Moors entstanden sein könnte.

 

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Keramik aus Plaue an der Havel. Die preußische "Porcellain Fabrique" 1713-1730

08.05.-25.09.2005

Selbst Zar Peter der Große von Russland bestellte 1717 bei seinem Besuch in Brandenburg an der Havel ein Plauer Service für seine Residenz in St. Petersburg.

Die Ausstellung zur Entwicklung und Bedeutung der Plauer Keramikmanufaktur - nach Meißen, die zweite Manufaktur in ganz Europa - brachte seltene Exponate aus ganz Deutschland zusammen, darunter Leihgaben aus dem Bayerischen Nationalmuseum München, dem Kestner-Museum Hannover, dem Grassimuseum Leipzig u.a.

Der Gründer der Manufaktur, der märkische Adlige und preußische Minister Friedrich von Görne, investierte 1713 sehr ambitioniert in die neue Produktionsstätte. Die "Porcellain Fabrique", wie sie trügerisch genannt wurde, existierte jedoch nur bis 1726, da man es nicht schaffte, eine Rezeptur für das "weiße Gold" zu finden. Tatsächlich handelte es sich in Plaue um eine Manufaktur für Steinzeug, das insbesondere in Rot aber auch in Schwarz und Braun hergestellt und mit verschiedenen Lasuren und aufwändigen Dekoren produziert wurde.

 

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