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Aktuell

Hier finden Sie die aktuellen Ausstellungen des Stadtmuseums Brandenburg an der Havel.

„Wally Lesser - Lebenswege“

Kabinettausstellung im Frey-Haus 16.09. - 15.11.2022

„Du kannst dir denken, wie uns ums Herz ist, und ich weiss manchmal nicht, wie ich all dieses Leid noch ertragen soll. Manchmal habe ich das Gefühl[,] dass alle Nerven bei mir bis zum äussersten [sic!] gespannt sind und ich fürchte immer, dass ich plötzlich versage und etwas in mir zerreisst.“1

Mit diesen Worten wandte sich Wally Margarete Lesser am 14. Mai 1939 an den mittleren ihrer drei Söhne - Hans-Hermann, welcher seit 1936 in Israel lebte. Bereits diese wenigen Zeilen lassen erahnen, in welcher angespannten und belastenden Situation sich die damals 50-Jährige befand. Als sie den Brief verfasste hatte sich die Situation für Juden im Deutschen Reich bereits gefährlich zugespitzt. Die, die es konnten, hatten oftmals schon die Reise ins Exil angetreten. Die Zurückgebliebenen hatten mit immer strengeren Restriktionen und aggressiveren Anfeindungen zu kämpfen.

Wally Margarete Lessers bewegter Lebensweg führte sie von ihrer Heimatstadt Gnesen, über Posen und Brandenburg an der Havel ins Shanghaier Exil. In einer ihr gewidmeten Kabinettausstellung können Sie diesen Weg ab dem 15. September 2022 bei uns im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel selbst nachverfolgen. Fotos und Dokumente aus dem Familienarchiv der Familie Lesser sowie während der Ausstellungsvorbereitung aufgetauchte Objekte aus Wally Lessers Besitz werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.

Seit dem 16. September 2022 erinnert außerdem ein Stolperstein in Brandenburg an der Havel an Wally Lesser vor ihrer letzten Wohnadresse Domlinden 5.

„Spielzeug aus Brandenburg an der Havel“

Neupräsentation im Frey-Haus

Mit der Neupräsentation im Haupthaus wird die über 100-Jahre alte Spielzeugtradition in Brandenburg an der Havel gefeiert. Entdecken Sie die historischen Blechspielwaren vom „Patentwerk Ernst Paul Lehmann“ und das Plastespielzeug der Nachfolgefirma „Mechanische Spielwaren Brandenburg“ aus der Produktion in der DDR. Vertiefend wird Blechspielzeug um 1900 vorgestellt, dass damals als Reaktion auf den Boxeraufstand in China entstand. Die Ereignisse um den Boxerauftstand wurden auch in Brandenburg an der Havel aktiv verfolgt. Das verdeutlicht eine private Postkartensammlung - eine Korrespondenz zwischen Martha Paul (Angestellte im Brandenburger Kaufhaus Conitzer) und dem Soldaten August Hinze, der in der chinesischen Hafenstadt Tianjin stationiert war.
Zwei weitere Räume sind den LINEOL-Tieren der Firma Oskar Wiederholz gewidmet, sowie dessen künstlerischem Leiter Albert Caasmann. Das Bauhau Mobiliar aus seiner Privatwohnung wird zusammen mit Kunstwerken präsentiert, die aus seiner freischaffenden Arbeit entstanden, und erlauben einen persönlichen Blick auf den Bildhauer, der maßgeblich zum internationalen Erfolg der LINEOL-Figuren beitrug.

„Enttäuschung, Hoffnung, Sehnsucht“

Sonderausstellung im Frey-Haus ab 22.02.2022

Das Ende des Ersten Weltkrieges, die Novemberrevolution, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, die Deutsche Demokratische Republik und schließlich die Wende: Die Ausstellung wirft den Blick zurück auf das 20. Jahrhundert in Brandenburg an der Havel und stellt Biografien von Brandenburger:innen vor, deren Leben von den Ereignissen beeinflusst, teilweise auch überrant wurde. Und sie stellt Menschen vor, die selbst versuchten, die Ereignisse zu beeinflussen.

Die epochalen Umbrüche des 20. Jahrhunderts bedeuteten massive Veränderungen auf politischer, wirtschaftlicher, kultureller Ebende wie auch im Privaten. So erstritten und erkämpften unter extrem schwierigen Bedingungen mutige Frauen und Männer Deutschlands erste Demokratie. Welche Rolle spielten dabei in Brandenburg an der Havel Personen wie der Oberbürgermeister Franz Schleusener oder der Stadtverordnetenvorsteher Otto Sidow? Und was für eine Person war Else Fisch - eine der Frauen, die in die erste Stadtverordnetenversammlung nach dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht 1919 gewählt wurde?
Anhand des Schicksals von Charlotte Grupa, geb. Henschel und ihrem Bruder Fritz Henschel wird das Leben von politisch aktiven Menschen in zwei Diktaturen vorgestellt. Außerdem berichten die Mitglieder des Friedensarbeitskreises der evangelischen Kirche über ihren Kampf gegen Aufrüstung und für Frieden in den 80iger Jahren. Schülerinnen und Schüler des von Saldern-Gymnasiums beteiligen sich 2019 im Rahmen ihres Unterrichtsfaches „Leben in zwei Diktaturen“ an der Konzeption der Ausstellung.

Hier geht es zur externen Seite der Online-Ausstellung „Enttäuschung Hoffnung Sehnsucht“

„Alchemie und Alltag“

Die ständige Ausstellung im Gotischen Haus

Die Ausstellung präsentiert Highlights der Grabungsfunde, die bei umfassenden archäologischen Untersuchungen des Grundstückes und des Kellers 2013 bis 2014 zu Tage kamen. Zu sehen ist der sensationelle Fund einer nahezu vollständig erhaltenen Apothekereinrichtung mit Retorten zur Destillation, zahlreichen Tiegeln und Fläschchen sowie der Querschnitt eines typischen barocken Hausrats des 18. Jahrhunderts. Reste von Kachelöfen, einfaches Geschirr, aber auch Luxusgüter jener Zeit sind hier inszeniert. Aus der Zeit des Mittelalters stammt das ausgestellte Skelett eines Pferdes. Tote Tiere wurden in sogenannten „Schindergruben“ in den engen Innenhöfen eilig vergraben, um sie nicht teuer entsorgen zu müssen.

Das Hauptexponat ist jedoch der Keller selbst, der ehemals das Privatkontor eines reichen Kaufmannes gewesen sein muss, da er äußerst aufwändig mit Nischen und einem gegen Feuchtigkeit und Kälte isolierenden Fußboden versehen wurde.

Zugang durch die Mitarbeiter des Kulturbüros, Eingang über den Hinterhof des Gebäudes Johanniskirchplatz 4.
Hier geht es in das digitale Stadtmuseum mit einem Rundgang durch die Ausstellung

„Stadtgeschichte und Havel-Schifffahrt“

Die ständige Ausstellung im Steintorturm

Die Lage an der Havel war und ist prägend für die Entwicklung von Brandenburg an der Havel, obwohl die Nutzung des Flusses im Innenstadtbereich heute kaum mehr über eine touristische hinausgeht, denn seit fast 100 Jahren umschifft die Berufsschifffahrt den Stadtbereich über den Silokanal.

In der Ausstellung lassen Exponate das Leben der Havelschiffer und Schiffsbauer im 19. und 20. Jahrhundert lebendig werden. Der 31,5 Meter hohe Steintorturm bietet darüber hinaus einen fantastischen Blick über den Kanal und die Havel.

In den Wintermonaten ist der Steintorturm geschlossen, geöffnet 01.04.-31.10.
Hier geht es in das digitale Stadtmuseum mit einem Rundgang durch den Steintorturm