Aktuell

Aktuelle Sonderausstellungen im Stadtmuseum Brandenburg an der Havel.

 

1945 - Krieg und Frieden

Ausstellung im Frey-Haus 29.10.2020 - 31.7.2021

Die letzten Wochen des Krieges und die ersten Wochen in Friedenszeiten sind Thema der Ausstellung, inszeniert von Thomas Bartel.

Ausgehend von den ersten Nachkriegstagen geht der Besucher in die beklemmende Enge eines Luftschutzkellers, verbunden mit der verstörendem Sirenengeheul und anfliegenden Bombern. Dann steigen die Besucher*innen wieder in ihre Stadt hinaus, die sie zerstört vorfinden. Fotos der zerstörten Stadt sind zu einer großen Kollage gefasst, die den Besucher*innen im Jahr 2020 einen Rundgang durch die Ruinen erlauben. Funde aus dem zerstörten Neustädtischen Rathaus und Zeitzeugenberichte von Menschen aus Brandenburg an der Havel erzählen vom Kampf um die Stadt und den Anfang des Friedens.

Kriegsindunstrie in Brandenburg an der Havel

Die Industriebetriebe von Brandenburg an der Havel waren als Zulieferer und Produzenten von Waffen bedeutend und wurden ab 1935 für die Kriegswirtschaft umgerüstet. Die Arado-Flugzeugwerke siedelten sich mit zwei großen Standorten an, das Stahl- und Walzwerk firmierte unter Eisenwerke GmbH als Waffenschmiede für Panzerteile und Fliegerbomben. Auch das Reichsbahnausbesserungswerk in Kirchmöser baute keine Lokomotiven mehr, sondern lieferte Panzer. Die Brennaborwerke bauten Geschützlaffetten, die Wiemann Werft Landungsboote und die Textilbetriebe produzierten Garne für den militärischen Bedarf.

Für die Arbeit in der Industrie wurden seit Kriegsbeginn 1939 Zwangsarbeitende und Kriegsgefangene ausgebeutet. Kurzfristig stieg unter anderem dadurch die Bevölkerungszahl Brandenburgs an der Havel von 64.200 Einwohner im Jahr 1933 auf mehr als 100.000 Menschen im Jahr 1944. Mit dem Vorrücken der Roten Armee kamen 1944/45 zudem unzählige Geflüchtete in die Stadt.

Luftangriffe 1944 und 1945

Trotz der vorhandenen Kriegsindustrie wurde der erste größere Luftangriff auf Brandenburg an der Havel mit über 100 Toten erst im April und August 1944 geflogen. Ziel waren die Opelwerke, die Arado-Flugzeugwerke sowie die Elisabethhütte. Die letzte Bombardierung im April und März 1945 töteten mehr als 1.600 Menschen, die in Massengräbern am nördlichen Fuß des Marienberges begraben wurden. Darüber hinaus starben in Brandenburg an der Havel jedoch über 1.100 Menschen durch Zwangsarbeit, mehr als 2.000 Häftlinge wurden im Zuchthaus hingerichtet. 190 jüdische Bürger wurden Opfer des Naziregimes ermordet, ebenso wurden mehr als 9000 Menschen mit psychischen Erkrankungen und geistig Behinderte in der Tötungsanstalt vergast.


An der Kasse liegt für Kinder ein kostenloses Begleitheft zur Ausstellung bereit.

Begleitprogramm zur Ausstellung

 

Brandenburger Zeitzeugen über die letzten Kriegs- und ersten Friedenswochen 1945