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Museumskonzept

Das Stadtmuseum, 1923 als Heimatmuseum eröffnet, hat über die Jahrzehnte immer wieder Umgestaltungen erfahren. Seit 2013 gibt es keine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte mehr, lediglich Ausschnitte aus der Geschichte der Spielwarenproduktion in Brandenburg an der Havel sind dauerhaft zu sehen, dazu Sonderausstellungen zu stadt- und sammlungsgeschichtlichen Themen. Aber wie soll es weitergehen? Im Frühjahr 2023 wurde ein neues Museumskonzept, das sich aus dem Leitbild, dem Sammlungskonzept und dem Ausstellungskonzept für 2028 zusammensetzt, von den Stadtverordnetenversammlung Brandenburg an der Havel einstimmig angenommen.

Das Museumskonzept für das Stadtmuseum setzt sich aus drei Teilen zusammen, dem Leitbild, dem Ausstellungskonzept für die drei Standorte und das Sammlungskonzept. Alle Teile sind als planerische Grundlagen für die zukünftige Museumsarbeit anzusehen.

Leitbild

Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel ist ein Ort anschaulicher Wissensvermittlung und ermöglicht ein Generationen übergreifendes und teilhabeoffenes Erleben und Lernen. Zu seinen Aufgaben gehören außerdem das Sammeln, Bewahren und fachspezifische Erforschen der Sammlungsobjekte zur mehr als 1.100-jährigen Stadtgeschichte.

Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel setzt zusammen mit Akteuren des kulturellen Lebens in der Stadt wichtige Impulse zur Ausbildung der lokalen Identität und seine Sammlung im Eigentum der Stadt Brandenburg an der Havel gehört zum kulturellen Gedächtnis der Stadt. Auch über die Stadtgrenzen hinaus setzt das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel Impulse.

Das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel entstand aus den Sammlungen des 1869 gegründeten Historischen Vereins Brandenburg/Havel. Der Historische Verein begann in einer Zeit des technischen Umbruchs historische Zeugnisse aus der Stadtgeschichte Brandenburgs zu sammeln. Heute gehört die Sammlung zu den bedeutendsten des Landes Brandenburg, deren Objekte regelmäßig für Ausstellungen angefragt werden und somit für die Stadt und ihre Geschichte werben.

Die Museumsarbeit des 21. Jahrhunderts wird in Deutschland durch zwei Definitionen festgeschrieben. Das sind erstens die „Deutschen Standards für Museen“ des Deutschen Museumsbundes von 2006 und zweitens der „Code of Ethics“ des International Council of Museums (ICOM) in der Fassung von 2010. ICOM definiert ein Museum folgendermaßen:

Ein Museum ist eine gemeinnützige, auf Dauer angelegte, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zum Zwecke des Studiums, der Bildung und des Erlebens materielle und immaterielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, bewahrt, erforscht, bekannt macht und ausstellt.

In beiden Satzungen sind folgende fünf Kernaufgaben genannt: Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln. Diesen Aufgaben fühlt sich das Stadtmuseum Brandenburg an der Havel verpflichtet und möchte diesen auch umfänglich nachkommen.

Dieses Leitbild ist mit Stand 4.12.2022 erarbeitet und in der Folge von den Stadtverordneten der Stadt Brandenburg an der Havel im Feburar 2023 als Teil des Museumskonzeptes verabschiedet worden.

Die 2022 von der ICOM (International Council of Museums) in Prag verabschiedete erweiterte Definition von Museen ist hier noch nicht eingeflossen. Diese lautet: „Ein Museum ist eine nicht gewinnorientierte, dauerhafte Institution im Dienst der Gesellschaft, die materielles und immaterielles Erbe erforscht, sammelt, bewahrt, interpretiert und ausstellt. Öffentlich zugänglich, barrierefrei und inklusiv, fördern Museen Diversität und Nachhaltigkeit. Sie arbeiten und kommunizieren ethisch, professionell und partizipativ mit Communities. Museen ermöglichen vielfältige Erfahrungen hinsichtlich Bildung, Freude, Reflexion und Wissensaustausch.“

Auch diesem erweiterten Begriff von Museum und musealer Arbeit fühlen wir uns verpflichtet.